Vortrag und Gespräch mit dem peruanischen Aktivisten, Politiker, Juristen und Künstler Héctor Béjar
Donnerstag, der 27. März um 18:30 Uhr |
Universität Hamburg | „Syntagma“ | Von-Melle-Park 5 (EG) | beim HASPA-Café
In einer globalisierten Welt, in der es kaum eine politische Konfrontation und keine militärische Intervention gibt, die nicht „die Menschenrechte als Basis der Argumentation und Legitimation (…) heranzieht“ (Norman Paech 1998), ist der Kampf gegen Militarismus, gegen den Aufstieg der äußersten Rechten und der Weg zu einer friedlichen Zukunft eine Aufgabe aller – global, regional und lokal.
Beginnend mit José Carlos Mariátegui und anderen Philosophen Lateinamerikas des frühen 20. Jahrhunderts über die kubanische Revolution, die Befreiungskämpfe in den 1970ern (mit der sozialistischen Regierung Chiles mit Salvador Allende an der Spitze) bis zur linken „Rosa Welle“ seit Anfang der 1990er ist die Unvermeidbarkeit eines historischen Sprungs in humanistische Verhältnisse analysier-, diskutierbar und vor allem: realisierbar! Es zeigt sich dabei immer deutlicher die Bedeutung von Bildung und Kultur und der Herausbildung kritischer Persönlichkeiten, damit die kollektive Zivilisierung dieser Kämpfe –in den Universitäten, auf den Straßen, in den internationalen Beziehungen und überall – gelingt.
Wir wollen mit Héctor Béjar (Außerminister von Perú von 29.06.2021 bis 17.07.2021) die historischen Lehren aus dem aktuellen Aufstieg fortschrittlicher Kräfte in Peru in Zusammenhang mit den unterschiedlichen sogenannten Rosa Wellen, die den Aufstieg sozialradikaler bis -reformerischer Regierungen in Lateinamerika in den 2000er bezeichnen, diskutieren und die neoliberale bzw. rechtsextreme Reaktion darauf reflektieren – und die Fragen beantworten: Wie geht es weiter? Und wie können wir hoch umkämpfte, gesellschaftliche Entscheidungsmomente positive Entscheiden?
Hector Béjar Rivera ist ein peruanischer Anwalt, Soziologe, Schriftsteller, bildender Künstler und Dozent, bekannt für sie seine akademische Arbeit an der Universidad Nacional Mayor de San Marcos und der Pontificia Universidad Catolica del Perú. In den 1960er Jahren war er Guerillero der Nationale Befreiungsarmee (ELN – Ejército de Liberation Nacional) und erlebte 1961 die Anfänge der kubanischen Revolution. Der Verkürzung seiner Amtszeit als Außenminister im Jahr 2021 liegt der reaktionäre Druck zugrunde, der sich gegen anstehende soziale Reformen, friedliche Außen- und Innenpolitik und die Minderung der Ungleichheit zwischen Stadt und Land ausbreitete.
Er versteht die progressive „Rosa Welle“ in Lateinamerika als Gegengewicht zum Neoliberalismus und hebt die historischen Kämpfe gegen soziale Ungleichheit und zur notwendigen Überwindung kolonialer Verhältnisse hervor. Beeinflusst von Mariátegui (marxistischer Philosoph) betont er die Macht von Bildung und Kultur für alle in diese Kontexte. Sein Leben und Werk bilden ein Zeugnis unverbrüchlichen Engagements für soziale Gerechtigkeit und weltweiten Frieden.
