Allende-Platz neben der Universität Hamburg,
Donnerstag, 11. September 2025 von 14 bis 18 Uhr

Zum 52. Jahrestag des Putsches gegen die Regierung der Unidad Popular in Chile

Vor 52 Jahre initiierten konservative, militarisierte Kräfte einen gewalttätigen Putsch gegen die Regierung der Unidad Popular Chiles. Dies basierte auf einer Einschätzung des US-amerikanischen Geheimdiensts, dass „ein Sieg Salvador Allendes (Präsident Chiles von 1970-1973) den Zusammenhalt der US-Hegemonie gefährden wurde und einen psychologischen Rückschlag für die USA sowie einen deutlichen Fortschritt für der Marxismus Weltweit bedeuten würde.“ Der Putsch mündete in der Diktatur von General Augusto Pinochet (1973-1989); der erste demokratische gewählte sozialistische Umbau in Lateinamerika stürzte und Allende wurde am 11. September 1973 ermordet.

Diese interventionistische Rolle der USA als „Weltpolizei“ und das Mitwirken ihrer NATO-Partner bildet seit der NATO-Gründung eine destruktive Gegenbewegung zum steigenden Streben für eine weltweit Befreiung aller Völker basierend auf zivilem Ungehorsam und solidarischem Kampf für nachhaltige, soziale, kulturvolle, gesundheitsfördernde und egalitäre Gesellschaftsverhältnisse. Egal ob in Lateinamerika, Nahost, Südasien, Afrika oder „dem fernen Osten“ intensiveren sich aktuell diese Bestrebungen.

Ein Anstoßgeber dafür ist oft Kuba, das gegen die völkerrechtswidrige Blockade durch die USA unausgesetzt mit fortschrittlichen Bewegungen und Regierungen kooperiert, Friedensprozesse und -Verträge initiiert (Kolumbien!), für die gesundheitliche Versorgung im globalen Süden kämpft und – besonders in Mittel- und Südamerika – den Widerstand gegen die imperialen Anmaßungen der „werteorientierten“ NATO-Staaten sowie gegen Genozid, Rechtsextremismus inspiriert. Ginge es nach den Herrschenden des globalen Nordens soll aus der Geschichte nicht gelernt werden. Also müssen wir eine andere Geschichte schreiben!

In der Bundesrepublik Deutschland gilt es dafür, persönlich und organisiert ‚Partei‘ für den Frieden zu sein und diese Bewegung als einzigen international solidarischen Impuls und befreienden intellektuellen Movens gegen jegliche chauvinistische Primitivität zu entfalten.

Wie Chiles Präsident Salvador Allende schon 1971 anregte: „Wir leben in eine unwahrhaftige Zeit, die uns die materiellen Mittel zur Verwirklichung der großzügigsten Utopien der Vergangenheit bietet. Was solche Verwirklichungen verhindert, ist die Last eines Erbes aus Gier, Ängsten und überholten institutionellen Traditionen. Zwischen unserer Zeit und der Zeit des weltweit befreiten Menschen liegt die Überwindung dieses Erbes. Nur so können die Menschen sich ermuntern, sich neu zu erfinden, nicht als Produkte einer Vergangenheit der Sklaverei und Ausbeutung, sondern als bewusste Verwirklichung ihrer edelsten Potenziale.“

Was damals gilt, gilt heute in unvorstellbar vervielfachter Potenzialität. In Erinnerung an Salvador Allende und das Erbe der „revolucion con enpanadas y vino“ wollen wir die Kundgebung gestalten und diesen Kampf fortführen. Hasta La Victoria!

Kundgebung mit Reden, Musik, Performance und Diskussionen

Es wirken unter anderen mit:
Grupo Resistencia, Referat für internationale Studierende (RIS), Vertreter:innen des ASTA der Uni Hamburg

Alle sind herzlich eingeladen!

Programm

14:15 Uhr Begrüßung

14:30 Uhr Grupo Resistencia | Musik der Befreiung

15 Uhr Allende kommt zu Wort

15:30 Camilo | neue Lieder + zur Theologie der Befreiung

15:45 Uhr AStA Uni Hamburg | studentischer Internationalismus und Gedenkkultur

16:00 Lesung aus einem Gespräch zwischen Fidel Castro und Salvador Allende | Zur Überwindung der Gewalt

16:30 Uhr Grußwort von Colombia Solidaria

16:40 Uhr MATAiLO | Musik des Widerstands

17:10 Uhr Initiative für einen zivilen Hafen | Der Kampf um Venezuela und die deutsche Rüstungsindustrie

17:30 Rede des Referats für internationale Studierende

Abschluss mit Musik und Austausch

Diese Veranstaltung wird gefördert durch KED (Kirchlicher Entwicklungsdienst der Nordkirche) und die Landeszentrale für politische Bildung.