Vorstellung und Diskussion des Buches „Völkermord in Gaza. Eine politische und rechtliche Analyse“

mit Prof. Dr. Helga Baumgarten (Universität Birzeit, Palästina)
und Prof. Dr. Norman Paech (Universität Hamburg)
Freitag, den 17.10.2025, um 18 Uhr,
im HWP-Hörsaal, Von-Melle-Park 9, Uni Hamburg

„Palästina, das letzte uneingelöste feierliche Versprechen der Zivilisation, für das die internationale Gemeinschaft Verantwortung trägt, muss jetzt erfüllt werden. Das palästinensische Volk muss die Möglichkeit haben, sein unveräußerliches Recht auf Selbstbestimmung auszuüben.“
Vusi Madonsela, Südafrikanischer Botschafter in den Niederlanden, Rede vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag, 20.2.2024

Dass zur Realisierung der Gleichheit und Würde aller Menschen rund um den Globus der Kolonialismus und die Macht des Stärkeren überwunden werden müssen, davon zeugt der internationalistische und unermüdliche Kampf um Befreiung und Frieden in Palästina. Das für das „Nie wieder!“ gefasste Völkerrecht – UN-Charta, Menschenrechtserklärung, Völkermordkonvention und zahlreiche UN-Resolutionen – ist die eindeutige Verpflichtung zur Durchsetzung der Rechte aller Völker auf Souveränität, auf ihre eigenständige politische, soziale, ökonomische und kulturelle Entwicklung sowie auf gleichberechtigte Teilhabe in der internationalen Staatengemeinschaft.

Zur Aufklärung der Geschichte und Ursachen der Besatzung, Blockade und Völkermord in Palästina, und Bekräftigung des humanistischen Engagements macht das hoch aktuelle Buch „Völkermord in Gaza“ von Prof. Dr. Helga Baumgarten und Prof. Dr. Norman Paech einen wertvollen Beitrag. Diese politische und rechtliche Analyse ist ein eindringlicher Aufruf: „Liberté, égalite´, fraternité: Diese bis heute revolutionäre Forderungen aus dem Frankreich des Jahres 1789 müssen endlich aufhören, leere Parolen zu sein“ (aus dem Vorwort, S. 8).
„Ghaben war ein herausragender Maler aus Gaza, der schon in den 1970er und 1980er Jahren mit seinen Bildern den palästinensischen Widerstand verewigt hatte. Kunstunterricht für die Kinder und Jugendlichen in Gaza war eines seiner wichtigsten Ziele“ (S. 114). So lebendig legt Helga Baumgarten den Kampf um die Befreiung Palästinas im Widerstand zum Siedlerkolonialismus dar. Norman Paech komplementiert die unentbehrliche, vorwärts gerichtete Kraft antikolonialer Kämpfe für die Befreiung aller für, im und zum Völkerrecht: „Die Unabhängigkeit von Ausbeutung und Unterdrückung fand in der [UN-]Charta noch keinen Platz. Dieses Versprechen musste von den Völkern, die seinerzeit in San Francisco nicht anwesend sein konnten, erst noch erkämpft werden“ (S. 163).  

Wir wollen diskutieren: Wie beenden wir die Gewalt und Unterdrückung von hier aus, also von dort wo sie herkommt? Stopp der Waffenlieferung und der politischen, finanziellen und ideologischen Komplizenschaft! Wie erhöhen wir das Engagement und den Druck der Zivilgesellschaft für ein Ende des Völkermords in Gaza? Wie eignen wir uns das Völkerrecht dafür an? Was ist die Perspektive für gerechten und nachhaltigen Frieden in Nahost? Und was muss sich dafür in Europa ändern?

„Es genügt nicht, das Bestehende darzustellen, notwendig ist es, an das Erwünschte und an das Mögliche zu denken.“ (Maxim Gorki) 

Wir diskutieren mit:

Helga Baumgarten, geboren 1947 in Stuttgart, ist Politikwissenschaftlerin und Journalistin. Seit 1993 (emeritiert 2020) lehrt sie an der Universität Birzeit im Westjordanland; sie lebt in Ost-Jerusalem. Sie veröffentlichte bei Promedia im Jahr 2021 das Buch „Kein Frieden für Palästina“.

Norman Paech, geboren 1938 in Bremerhaven. Als Völkerrechtler lehrte er an der Universität Hamburg und zog über die Linksfraktion im Jahr 2005 als außenpolitischer Sprecher in den Deutschen Bundestag ein. Im Jahr 2010 nahm er auf dem Schiff Mavi Marmara an der Gaza-Hilfsflotte teil.
 
Veranstalter: Referat für internationale Studierende im AStA Uni Hamburg, Kritische Aktive in der Sozialökonomie