Wählen! Aktiv werden! Für internationale Solidarität
JETZT ist die Online-Wahl zum Akademischen Senat (AS)
Studierende haben an den deutschen Universitäten Wahlrecht und eine Vertretung in allen universitären Gremien („Committees“). Alle Studierenden dürfen wählen, auch ohne deutschen Pass!
Dieses demokratische Recht ist eine Errungenschaft der Studierendenrevolte der 1960er Jahre. Vorher wurden die west-deutschen Universitäten allein von Professoren „regiert“, nicht wenige davon waren noch Nazis oder sehr konservativ. Die studentische Bewegung hat weltweit in die Gesellschaft und die Universitäten einen neuen Wind gebracht. Ausgangspunkt war eine Empörung über die Doppelmoral: „Freiheit und Demokratie“ in den NATO-Staaten, hinter denen eine lange Kontinuität von Gewalt, Rassismus, imperialistische Kriegführung (Vietnam, Nord-West-Afrika, Lateinamerika, Westasien) und Profitstreben steht.
Wachsende Widersprüche in den Universitäten
Die heutige Situation ist vergleichbar. Universitäten sollen aus herrschender Sicht „Lernfabriken“ sein, um hochqualifizierte Arbeitskräfte für private Unternehmen und Staat zur Verfügung zu stellen. Die Wissenschaftsfreiheit wird, besonders wenn es um Frieden und Menschenrechte für Alle geht, eingeengt. Für Empathie, persönliche Entfaltung, Solidarität und globale Verantwortung müssen wir dagegen gemeinsam eintreten!
Die Menschen-Gemeinschaft braucht wissenschaftliche Beiträge zur Krisenlösung dringender denn je: Wir müssen zur Überwindung von Krieg und Konfrontation, von Ungleichheit, unfreiwilliger Migration und dem Klimawandel beitragen und den Planeten zu einem Ort machen, an dem alle in Würde und Frieden leben können. Dafür ist Bildung als wissenschaftliche Weltaneignung unverzichtbar. Der konforme Alltag, Verdrängung und Ignoranz sind nicht zu ertragen; wir können das gemeinsam ändern!
Es sind auch heute linke und internationale Studierende, die diese Forderung der Zeit in den Universitäten erheben und deshalb für eine bessere soziale Lage der Studierenden, für akademische Freiheit, internationale Solidarität und Friedensforschung sowie für echte demokratische Teilhabe kämpfen. Alle sollten daran teilnehmen! Informiert Euch und engagiert Euch!
Friedensforschung und internationale Zusammenarbeit stärken!
Das ist umso erforderlicher, da die herrschende Politik Druck auf die Universitäten ausübt, um diese verstärkt zur ökonomischen Standortsicherung und militärischen Aufrüstung zu benutzen. Der erkämpfte zivile Charakter von Forschung und Lehre soll durch eine Vermischung von „Zivil“ und „Militärisch“ untergraben werden. Dafür soll besonders die Vergabe von öffentlichen Drittmitteln (in Wettbewerben vergebene Forschungsgelder) und die Einschränkung von Wissenschaftskooperationen mit Universitäten der – aus westlicher Sicht –„falschen“ Nationen (u.a. China, Russland, Iran) dienen. Auch die von Studierenden erkämpften „Zivilklauseln“, mit denen sich Hochschulen verpflichten, zu friedlichen Zwecken zu forschen und zu lehren, stehen politisch unter Druck. Die Unterfinanzierung der Hochschulen, soll Anpassung erzwingen.
Dagegen organisieren wir uns – Studierende und Beschäftigte der Universitäten und Forschungseinrichtungen (z.B. vom DESY), um den humanistischen Inhalt von Bildung und Wissenschaft zu stärken. Dazu gehören Kampagnen für den Erhalt der „Zivilklauseln“, für „Wissenschaftsfreiheit“ mit Verantwortung für Frieden und gleiche Menschenrechte (auch in Israel/Palästina), für eine bedarfsgerechte staatliche Finanzierung, für faire Arbeitsverhältnisse, mehr studentischen Wohnraum sowie für BAföG für Alle.
Nutze Deine demokratischen Rechte! Es gibt hier die Möglichkeit, sich dafür zu organisieren, zu informieren und offen einzutreten. Vom 12 bis zum 30. Januar 2026 findet die Wahl zum Akademischen Senat (AS) statt. Der AS ist das höchste Uni-Gremium. Darin bestimmen Studierende, wissenschaftliches Personal und andere Angestellte gemeinsam über die Entwicklung der Universität und die Inhalte von Studium, Lehre und Forschung. Hier wird auch das Uni-Präsidium gewählt. Im Akademischen Senat wird zum Beispiel diskutiert:
- Soll sich die Universität an die schlechte staatliche Finanzierung anpassen? Oder kämpfen wir gemeinsam für bessere Bedingungen?
- Soll das Studium von Lernstress und formalen Prüfungen geprägt sein? Oder von Neugier, Solidarität und einem kritischen Bezug auf die Gesellschaft?
- Üben wir Selbst-Zensur und ordnen die Wissenschaften der geopolitischen Konfrontation unter? Oder verteidigen wir Wissenschaftsfreiheit und setzen uns für zivile Wissenschaftskooperationen und Solidarität mit in anderen Ländern unterdrückten Kolleg:innen ein?
- Soll die Uni eine rein auf Erinnerung gerichtete Geschichtspolitik betreiben?Oder entwickeln wir ein Geschichtsbewusstsein, für verantwortungsvolle Wissenschaft und Bildung gegen Faschismus, Rassismus und koloniale Ausbeutung?
- Ist soziale Auslese und Ungerechtigkeit hinzunehmen? Oder hat die Universität Verantwortung für die Verbesserung der sozialen Lage der nicht-professoralen Mitarbeitenden und der Studierenden?
Wie informiere ich mich?
Es kandidieren vier verschiedene Listen: das „Bündnis für Aufklärung und Emanzipation (BAE!) – Liste 1“ (Linke aus verschiedenen Parteien, Gewerkschaften, Ländern und Fächern), „Linke Listen und Klimabündnis – Liste 2“ (u.a. aus Regierungsjugend von SPD/Grünen/Students for Future), „Jura, WiWi, RCDS und LHG Liste– Liste 3“ (rechts-konservativ) und „Einzelkandidaten – Liste 4“ (bisher noch nicht hochschulpolitisch aktiv). Es kommt darauf an, informiert zu wählen!
Häufig seht Ihr aktive Studierende an Infotischen. Sprecht sie an! Im Gespräch zeigt sich schnell, wer was will und was ernsthaft ist! Außerdem gibt es Flugblätter, Programme sowie Wahlzeitungen, Wahl-Videos und Information über die Kandidierenden unter „Wahlwerbung“ hier: https://www.kus.uni-hamburg.de/themen/recht/wahlen/akademischer-senat.html
Wählen zum Akademischen Senat (AS) – Wie funktioniert das?
Der Akademische Senat ist das höchste Uni-Gremium. Er ist bei der Wahl des Uni-Präsidiums beteiligt, diskutiert alle Grundsatzfragen der universitären Entwicklung und die Lage und Interessen ihrer Mitglieder. Der AS hat Beschlussrechte (z.B. in Bezug auf die Prüfungsordnung, Mittelverteilung, Leitbilder, Arbeitsbedingungen, strategische Planung der Uni etc.). Der AS ist aus 10 Professor:innen, 3 Studierenden, 3 wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen und 3 Mitgliedern des Technischen-, Verwaltungs- und Bibliothekspersonals zusammengesetzt. Die studentischen Vertreter:innen werden jährlich gewählt.
Die Wahl ist eine Online-Wahl. Der Wahlzeitraum läuft vom 12. Januar bis zum 30. Januar 2026. Du hast zwei Mails erhalten an Deine eMail-Adresse der Universität vorname.nachname@studium.uni-hamburg.de. Diese Mails kommen vom Absender voting@polyas.com. Die erste Mail enthält das Passwort, die zweite Mail enthält die ID, die Du zum Wählen brauchst. Dort findest Du auch den Link zum Wahlportal.
Falls Du bis zum 12.1.2026 keine Mail erhalten hast, wende Dich ans Wahlamt der Uni per Mail (wahlamt.uhh@uni-hamburg) oder direkt vor Ort im Mittelweg 177, Raum S 4058 oder Raum 4061. Wenn Du Deine Funktions-eMail noch nie genutzt hast: Du erreichst sie über die Webseite surfmail.rrz.uni-hamburg.de. Dein Benutzername ist Deine B-Kennung, das Passwort ist dasselbe, welches Du auch bei STiNE verwendest.
Das Referat für internationale Studierende (RIS) trifft sich mittwochs 19 Uhr im AStA (Raum 0042). Kontaktiert uns gerne unter ris@asta.uni-hamburg.deund folgt uns bei Instagram @risinnen.
