Stimmen der Studierenden, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen

Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit

Die Universitäten Teheran, Beheshti, Allameh Tabatabai, Science and Industry sowie Tarbiat Modares schließen sich den landesweiten Protesten an.

Seit Jahren fürchten die Machthaber die Universität und bekämpfen sie mit Repression und Zermürbung. Heute haben sich die Krisen angehäuft: Armut, Ungleichheit, Klassenunterdrückung, Geschlechterunterdrückung, Druck auf nationale Minderheiten, Wasser- und Umweltkrise. All dies sind direkte Folgen eines korrupten und zerfallenden Systems, das offensichtliche Symbol einer repressiven Politik, die nach verschiedenen sozialen Bewegungen ihr blutrünstiges Gesicht insbesondere im Aufstand vom November 2019 und in dem Aufstand „Frau, Leben, Freiheit“ deutlich gezeigt hat.

Das Regime folgt diesem Muster der Unterdrückung auch im Umgang mit der Universität; es entzieht ihr jegliches politische oder kritische Element und verwandelt sie in einen neutralisierten Ort, an dem die paramilitärischen Söldner der Basij wüten können. Die unermüdlichen Bemühungen des Wissenschaftsministeriums und der Universitätspräsidenten, die Bildung zu kommerzialisieren und alle Sozialleistungen abzuschaffen, zielen darauf ab, die Universität von einer politischen und engagierten Institution in ein wirtschaftliches und passives Unternehmen zu verwandeln. Dennoch hat die Universität erneut bekräftigt, dass sie sich gegen Tyrannei stellt und hat sich selbst in den dunkelsten Momenten der Geschichte, sowohl unter den Pahlavis als auch unter dem islamischen Regime, mit Ehre aus der Prüfung ihres Engagements für Freiheit und Gleichheit hervorgetan. Die Universität war schon immer eine beeindruckende Barriere gegen alle Formen reaktionärer, archaischer Institutionen und hat ihren Ruf nach Fortschritt jeden Tag lauter werden lassen.

Die Student*innen sind die Kinder dieser Geschichte. Es ist nur natürlich, dass Slogans wie „Weder Pahlavi noch Führung; Freiheit und Gleichheit“ aus dem Herzen der Universität aufsteigen und dass „Frau, Leben, Freiheit“ widerhallen. Obwohl dieser Druck das Wachstum des freien Dialogs und der radikalen Kritik verlangsamt und sogar die Diskussion über Geschlechterdiskriminierung und das Recht auf ein freies Leben wiederholt zurückgeworfen hat, hat er sie nicht zum Schweigen gebracht. Heute ist die Universität das pulsierende Herzstück der Verbindung zwischen unterschiedlichen Standpunkten. Weder die Universität noch die Studierenden beugen sich vor irgendeiner Autorität. Die geballten Fäuste, die „Tod der Diktatur“ rufen, richten sich gegen jede Form von Autoritarismus und diktatorischem Verhalten, sei es real oder imaginär.

Heute steht die Universität erneut an der Seite des Volkes, bekräftigt dasselbe historische „Nein“ im Aufstand der Frauen, des Lebens und der Freiheit gegen falsche Dichotomien und marschiert mit ihnen. Was jetzt notwendig ist, ist die Solidarität des Volkes gegen die Islamische Republik, die Pahlavi-Monarchie und die Mojahedin-e Khalq. Aber diese Solidarität darf die Stimme der Universität nicht zum Schweigen bringen. Wir möchten durch interne Debatten zu konkreten Vorschlägen und zu kollektiven Vorstellungen für die Zukunft des Iran zu gelangen; eine Zukunft, in der Freiheit und Gleichheit Hand in Hand gehen und die Befreiung der Frauen und das Ende der geschlechtsspezifischen Unterdrückung die treibende Kraft für Veränderungen sind. Veränderungen, die durch demokratische Institutionen und die Schwächung von Strukturen der Herrschaft und Ausbeutung zustande kommen werden. Eine Zukunft, die ohne die Prinzipien und Diskurse des Velayat-e Faqih, des Hijab und der Hinrichtungen kommen wird und in der wir die Verwirklichung von Freiheit und Gleichheit erleben werden.

Ein*e Student*in mit transformativer Vorstellungskraft strebt nach einer Zukunft ohne Despotismus und wird sich keiner Form von Autoritarismus unterwerfen. Heute erfordert unser Fortschritt eine neue Vision. Die Krisen in der Gesellschaft und die Inkompetenz aller Oppositionsgruppen gegenüber der Islamischen Republik haben uns an einen Punkt gebracht, an dem wir behaupten, dass die Studierendenbewegung eine konstruktive Haltung einnehmen muss: das bedeutet, auf die Anforderungen der Zeit zu reagieren, die Forderungen des Volkes und verschiedener gesellschaftlicher Gruppen zu unterstützen und die Prozesse zur Erfüllung ihrer Forderungen zu gestalten.

Menschen im Iran! Heute müssen wir alle vereint „Nein“ zur Islamischen Republik sagen. Niemand weiß, was morgen bringen wird, und kein Einzelner wird über unser Schicksal entscheiden. Aber eines ist sicher: Die Zeit für Bewegung ist jetzt, die Zeit für Taten ist jetzt. Wir müssen uns erheben und unser Schicksal selbst schreiben.

Jugend des Iran – Aus den Straßen der Universität

Gemeinsame Erklärung veröffentlicht von:

Universität Teheran – Daneshjo

Unabhängige Studentenvereinigung von Beheshti

Im Namen des Vaterlandes, im Namen der Freiheit

Das Zentralkomitee von »Komala – Kurdische Organisation der Kommunistischen Partei des Iran« veröffentlichte am Montag eine Erklärung zur aktuellen Situation im Iran

Der Iran befindet sich in einem der heikelsten und entscheidendsten Momente seiner jüngeren Geschichte. Angehäufte wirtschaftliche, soziale, politische und ökologische Krisen, systematische Repression, Korruption, grassierender Diebstahl, brutale Unterdrückung, ethnische Verfolgung und staatliche Inkompetenz haben die Gesellschaft an einen Punkt gebracht, an dem eine Rückkehr zur Normalität unmöglich ist. Der verlustreiche Kampf der Massen in den letzten Jahren hat gezeigt, dass die Kluft zwischen der Gesellschaft und dem Regime der Islamischen Republik tief und unüberbrückbar ist. Unter diesen Umständen lautet die grundlegende Frage nicht, ob es zu einem Wandel kommen wird, sondern vielmehr, wie, mit welcher Kraft und zu wessen Nutzen dieser Wandel erfolgen wird.

Die Rolle des kurdischen Volkes in der landesweiten iranischen Volksbewegung war unterdessen von besonderer und entscheidender Bedeutung. Der Generalstreik am Donnerstag war ein wichtiges Glied in der Kette des bewussten und organisierten Kampfes des kurdischen Volkes. (…) Wenn fünfzig kurdische Städte und Gemeinden den Aufrufen der politischen Parteien mit einer Stimme folgen, bedeutet dies, dass das kurdische Volk gelernt hat, wann und wie es seine Solidarität einsetzen kann. (…)

Es handelt sich nicht um eine abenteuerlustige Bewegung, die den Interessen fremder Staaten oder der Kapitalisten dient, die die revolutionären Massen durch einen Regierungswechsel in die Flucht schlagen wollen, sondern um eine realistische, organisierte Bewegung mit klaren und befreienden Forderungen. (…) Gleichzeitig müssen wir der Bevölkerung unmissverständlich und verantwortungsvoll sagen, dass Freiheit, Demokratie und ein menschenwürdiges Leben nur durch das Handeln der Massen selbst möglich sind. Jegliche Hoffnung auf eine militärische Intervention der USA oder Israels als Quelle der Freiheit ist schädlicher und gefährlicher Optimismus. Die Erfahrungen der Menschen im Nahen Osten in den letzten drei Jahrzehnten, vom Irak und Afghanistan bis Libyen und Syrien, haben deutlich gezeigt, dass imperialistische Militärinterventionen nicht nur keine Freiheit, Demokratie und Sicherheit bringen, sondern auch zur Zerstörung führen. Ein militärischer Angriff auf den Iran würde, sollte er erfolgen, die Massenbewegung wahrscheinlich unterdrücken, das Sicherheitsumfeld stärken und die Befreiungsforderungen marginalisieren. In diesem Zusammenhang lehnen wir jeden Aufruf zu einer militärischen Intervention im Iran, selbst im Namen der »Verteidigung der Massen«, entschieden ab. (…)

Das Schicksal Kurdistans unterscheidet sich nicht von dem der Arbeiter, Frauen, Jugendlichen und Werktätigen in anderen Teilen Irans. Die Errichtung einer demokratischen, volksnahen und dezentralisierten Zentralregierung wird den Erhalt und das Fortbestehen der Errungenschaften verschiedener Nationen und Regionen gewährleisten und den Weg für den gemeinsamen Schritt der Arbeiter Kurdistans und Irans hin zu einer freien, gleichberechtigten und prosperierenden Gesellschaft ebnen. (…)

Studierende der Amirkabir Universität

Graviert auf die mit Blut getränkte Tafel der Geschichte, welches gewaltige Unglück diese Unterdrücker über ein Volk gebracht haben.

Schreibt nieder, dass sie unsere neu erblühten Tulpen noch vor dem Erblühen zerfetzten und angesichts der blutigen Rufe ihrer Mütter die Herzen zum Bluten brachten.

Wir, die Studierenden der Amirkabir-Universität für Technologie, ehren das unvergängliche Andenken an Zahra Mahmoudpour, Masterstudentin der Elektrotechnik, die durch die Hand der Agenten der Islamischen Republik ermordet wurde, und bewahren ihren Namen wie eine leuchtende Fackel in unseren Herzen und unserem Gewissen.

Nach der erneuten Niederschlagung der Studierenden erheben wir am Dienstagnachmittag – ein weiteres Mal – unsere Stimmen lauter denn je im Protest gegen die mit Füßen getretenen Rechte.

Mit dieser Erklärung bringen wir unsere tiefe und anhaltende Abscheu gegenüber dem gesamten Unterdrückungssystem zum Ausdruck.

Wir betonen nachdrücklich die bedingungslose Freiheit von Amirreza Dastourani, Sekretär der Studierendenversammlung, und Arshia Mehrazma, Masterstudent der Tierzucht, und fordern ihre sofortige Freilassung.

Wir, die Studierenden der Amirkabir-Universität für Technologie, erklären als die politischste Universität Irans, dass unser unterdrückter Zorn wie ein gewaltiger Sturm über die Paläste der Unterdrücker hereinbrechen wird.

Wir billigen keine Gewalt – doch dieser Zorn entspringt nicht unserer Boshaftigkeit, sondern der Tiefe des Leids und Schmerzes, den ihr diesem Volk auferlegt habt: die Ermordung unschuldiger Jugendlicher, ja sogar von Kindern, und die Schändung ihrer reinen Körper.

Wahrlich, wo auf der Welt hat man ein solches Ausmaß an Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit gesehen?

Wir verurteilen diese Taten aufs Schärfste und schwören, niemals zuzulassen, dass eure Verbrechen aus dem Gedächtnis der Geschichte und aus dem Gewissen des iranischen Volkes getilgt werden.

Tod den Feinden von Aufbau und Freiheit Irans.

Tod der Islamischen Republik.

Erklärung einer Gruppe von Studierenden der Sharif Universität für Technologie (Teheran)

Schweigen bedeutet, Blutvergießen zu billigen.

Wir, die Studierenden der Sharif-Universität für Technologie, die wir es als unsere Aufgabe ansehen, Wissen, Wahrheit und den Fortschritt dieses Landes zu schützen, stehen heute an einem Punkt, an dem unser innerer Aufschrei im Widerspruch zu unseren äußeren Pflichten steht.

Unsere Fakultäten, einst Orte des Denkens und der Vernunft, liegen nun im schweren Schatten tragischer Ereignisse, die das Herz jedes freien Menschen schmerzen lassen.

Wie kann man schweigend an Büchern sitzen, während der Schrei der Ungerechtigkeit und das Flüstern des vergossenen Blutes unschuldiger Menschen in der ganzen Stadt widerhallt?

Wie kann man von einer Zukunft sprechen, wenn sie durch so viel Schmerz und Trauer verdunkelt ist?

Wir erklären unmissverständlich: Jeder Versuch, die Situation wieder in einen sogenannten „Normalzustand“ zu überführen, während unschuldig vergossenes Blut noch nicht getrocknet ist, ist nicht nur reine Gleichgültigkeit, sondern eine ungewollte Unterstützung der Täter und eine Beteiligung an der Festigung des gegenwärtigen unmenschlichen Zustands.

Die Universität darf kein Zufluchtsort des Vergessens werden.

Wir wollen keinen Abschluss in einem Schweigen erlangen, das nach Blut riecht.

Der Versuch, routinemäßige akademische Abläufe in einer Atmosphäre von Unterdrückung und Angst durchzusetzen, bedeutet die Verleugnung der Wahrheit und die Leugnung der Katastrophe.

Diese Normalisierung ist in Wirklichkeit nichts anderes als das Zudecken von Verbrechen, die am Volk begangen wurden.

Erklärung von Studierenden der Universität Zanjan

Im Namen der Wahrheit und im Gedenken an das vergossene Blut der jungen Menschen Irans erklären wir, die Studierenden der Universität Zanjan:

Auf dem Fundament der alten iranischen Zivilisation und getränkt mit dem Blut jener jungen Menschen, die aus Treue zur Wahrheit ihr Leben verloren haben, betrachten wir Schweigen als Verrat an diesem Erbe.

Schweigen angesichts von Leid und Ungerechtigkeit bedeutet, sich mit dem Vergessen gemein zu machen.

Die Universität muss ein Ort des Denkens und eines wachen Gewissens sein – nicht ein Raum zur Normalisierung von Schmerz.

Heute, da die erstickten Schreie der Opfer in den Winkeln der Geschichte widerhallen, können wache Gewissen nicht verstummen.

Die Verteidigung der menschlichen Würde ist eine ethische Pflicht und ein Bund mit der lebensstiftenden Zivilisation Irans.

Menschliches Leid ist nicht verhandelbar.

Wir, die Studierenden der Universität Zanjan, protestieren entschieden gegen die Normalisierung von Gewalt und das Zum-Schweigen-Bringen der Stimme der Wahrheit.

Wir sind überzeugt: Vergessen ist der erste Schritt zur Wiederholung der Katastrophe.Wir wollen eine Universität, die ein Ort des offenen Dialogs und der Wahrheitssuche ist. Das Erinnern an das Leid und das klare Stellungbeziehen auf der Seite des Lebens sind das Minimum unserer Verantwortung.

Diese Worte entspringen einem tiefen Gefühl menschlicher Verantwortung. Wenn eine Universität nicht die Stimme eines wachen Gewissens ist, hat sie sich von ihrem Auftrag entfernt.

Wir schweigen nicht.

Zum bleibenden Andenken an #Matin_Yerivazi
für die Wahrheit,
aus Respekt vor dem Blut der jungen Menschen,
geboren 2003,
Student der Fakultät für Agrarwissenschaften,
getötet für Iran.

Zanjan – Studierende der Universität Zanjan

Erklärung einer Gruppe von Studierenden und Absolvent:innen der Fakultäten für Naturwissenschaften der Universität Teheran

Seit Jahren richtet sich das Schwert der Unterdrückung innerhalb und außerhalb der Universität gegen die würdigen und aufrichtigen Menschen Irans.

Die erbarmungslosen Schwärme Ihrer Repressionen lassen weder unschuldige Leben, noch die von Arbeit gezeichneten Hände, noch talentierte und hoffnungsvolle junge Menschen, noch die Tränen der Mütter verschont.

Solange sie in diesem Land atmen, herrscht Winter – und Freude, Aufbau und Freiheit werden uns verwehrt.

In all diesen Jahren haben sie unsere liebsten Freundinnen und Freunde von der Universität Teheran in die Fremde und zur erzwungenen Flucht aus der Heimat getrieben.

Jene aber, die aus Liebe zu ihrem Land geblieben sind, haben sie mit Brutalität und Grausamkeit getötet.

Ja – wir sind nicht tot, aber wir leben auch nicht wirklich.

Doch wir erklären: Bis zum letzten Tropfen Tinte in unseren Stiften werden wir gegen dieses fremde und zerstörerische Gebilde kämpfen – gegen jene, die unsere geschätzten Professorinnen und Professoren zu Boden gezwungen, Wissen und Erkenntnis im Herzen einer alten Zivilisation entwertet und die Hoffnung sowie die Zukunft von uns Studierenden verdunkelt haben.

Wir werden nicht schweigen und nicht zurückweichen.

Mobin Safdari, Bachelorstudent der Physik (Immatrikulationsjahr 2023) an der Universität Teheran, befindet sich seit über einem Monat in Haft.
Trotz einer bekannten Herzerkrankung sowie seines Bedarfs an Medikamenten und medizinischer Betreuung wurde er aus der angeblich „sicheren und akademischen Umgebung“ der Universität entführt. Gegen ihn wurde ein Gerichtsverfahren eingeleitet, zudem wurde ihm die Teilnahme an den Abschlussprüfungen verweigert.

Wir, seine Freundinnen und Freunde, verurteilen entschieden die Nachlässigkeit und Verantwortungslosigkeit der Universität Teheran, die sich selbst als Garantin der Freiheit und Sicherheit ihrer Studierenden darstellt.
Wir erklären unmissverständlich, dass wir geschlossen an der Seite von Mobin Safdari und aller inhaftierten Studierenden stehen und uns denjenigen entgegenstellen, die mit Verhaftungen und der Unterdrückung von Wahrheit und Freiheit vorgeben, unsere Sicherheit zu gewährleisten.

Nein zu eurer gesamten Repressionsmaschinerie.

Für die Zukunft Irans im Januar 2026

Schriftstellerverbad Irans

27. Januar 2026

„Die Islamische Republik hat sämtliche Verbrechen, die sie in den sechsundvierzig Jahren ihrer blutigen Herrschaft begangen hatte, innerhalb von kaum zwei Wochen in einem ungeheuren und erschreckenden Ausmaß wiederholt. Wie befürchtet wurde, hat die „Regierung die Gefängnisse und Friedhöfe mit Demonstrierenden gefüllt.“

Durch die vollständige Abschaltung jeglicher Kommunikationsmöglichkeiten – vom Internet über SMS bis hin zu Telefonleitungen – massakrierte die Herrschaft die aufgebrachte Bevölkerung in völliger Dunkelheit. Die Ermordeten wurden als „Randalierer“ und „Feinde“ bezeichnet, und so wurde der Weg für einen umfassenden Krieg gegen das eigene Volk geebnet. Verletzte wurden aus Krankenhäusern verschleppt, Getötete heimlich begraben, Leichen stapelweise in Hallen geworfen und in Lastwagen gelagert; die verzweifelten Hinterbliebenen schickte man zwischen Berge von Körpern, um nach ihren Angehörigen zu suchen. Tausende Menschen – Kinder, Alte und Jugendliche – wurden verhaftet, die Zahl der Opfer des gewaltsamen Verschwindenlassens in diesen sechsundvierzig Jahren wurde weiter erhöht, und durch die Fortsetzung einer Politik der Einschüchterung versuchte man, die Stimmen der Zeug:innen dieser Verbrechen, darunter auch des medizinischen Personals, zum Schweigen zu bringen. All dies wurde unter den Bedingungen von Repression und medialer Gleichschaltung von der Regierung in ihren eigenen Medien als triumphale Machtdemonstration festgehalten.

Dieses fortgesetzte Töten hat die trauernde und verwundete Gesellschaft in einen solchen Schockzustand versetzt, dass es scheint, als sei eine grundlegende Veränderung der bestehenden Verhältnisse durch den Willen des Volkes unmöglich geworden.

Das ungeheure Ausmaß der staatlichen Verbrechen hat zugleich den Weg für das Auftreten ausbeuterischer Mächte geebnet, die ihre blutige koloniale Geschichte hinter der Maske des „Retters“ verbergen und ihren Anteil an dem Blutvergießen und dem Aufstand der Bevölkerung sichern wollen. Zweifelsohne wollen jene, die den Traum von Freiheit an militärische Intervention knüpfen, das Fundament ihres Baus auf den Ruinen dieses Landes errichten. Das unausweichliche Schicksal der Menschen besteht jedoch nicht darin, zwischen der herrschenden Reaktion und den ausbeuterischen Mächten und ihren Handlangern eine Wahl treffen zu müssen. Die Geschichte der Erhebungen, ihrer Niederschlagung und des erneuten Aufstehens hat gezeigt, dass die Kraft und der Wille einer Bevölkerung, die von Korruption, Diskriminierung und Ungleichheit an den Rand getrieben wurde, nicht verschwinden werden: Sie werden sich bewusst organisieren und sich den Besitzern von Macht und Kapital aufzwingen.

Es sind die Menschen selbst, die über ihr Schicksal entscheiden.

Der Schriftstellerverband Irans, der seit Jahren unter der Repression der Herrschaft unbeirrbar auf dem Recht auf Meinungsfreiheit ohne Einschränkung und Ausnahme besteht und stets an der Seite der freiheitsliebenden Bevölkerung gestanden hat, wird bis zur öffentlichen und gerechten Verurteilung aller Auftraggeber und Täter der staatlichen Verbrechen mit aller Kraft die Stimme der Unterdrückten und Freiheitsuchenden sein. Der Schriftstellerverband Irans ruft freiheitsliebende Schriftsteller:innen und gleichgesinnte Institutionen in aller Welt dazu auf, den Blick keinen Augenblick von Iran abzuwenden und die Stimme der Demonstrierenden, der Hinterbliebenen und der Inhaftierten zu sein.

Schriftstellerverband Irans, 7. Bahman 1403

Erklärung des Syndikats der Beschäftigten der Vahed-Busgesellschaft Teheran und Vororte zur Verurteilung des Massakers an protestierenden Menschen

Die unterdrückten Menschen unseres Landes trauern erneut um ihre Kinder.

Dieses Mal ist das Massaker an den Protestierenden gegen die wirtschaftlichen und sozialen Politiken der Islamischen Republik noch umfassender und grausamer als die Straßenmassaker der 2010er-Jahre sowie die Verbrechen von Dey 96, Aban 98 und Shahrivar 1401.

Der gewaltige Schock, der die Gesellschaft erfasst hat, entspringt nicht der Überraschung – denn wir wussten immer, zu welchem Ausmaß an Bosheit und Brutalität die Repressionskräfte der Herrschenden fähig sind.
Vielmehr rührt er daher, dass die Machthaber ohne jede Rücksicht beschlossen haben, ein Massaker an Tausenden von Kindern dieses Landes zu verüben. Dies ist ein weiterer eindeutiger Beweis für das endgültige Ende jeder Hoffnung auf eine Reform oder Veränderung dieses Systems – selbst für die optimistischsten und illusionärsten Menschen.

Die Herrschaft hat erneut gezeigt, dass sie dem Leben der Menschen und unserer Kinder keinerlei Wert beimisst.

Wie kann man ein solches kollektives Massaker begehen und anschließend mit unmenschlichem und grausamem Verhalten die Leichname der Getöteten öffentlich zur Schau stellen?
Kann eine solche Regierung auch nur die geringste Legitimität im Bewusstsein der Bevölkerung besitzen?

Vorwärts zu echter Freiheit und Gleichheit – nicht zurück in die Vergangenheit.

Auch wir wurden – wie über 93 Millionen Menschen im Land – vom Zugang zum Internet und zu anderen Kommunikationsmitteln abgeschnitten. Eine organisierte, gezielte Abschaltung, die bis in die letzten Tage anhielt und selbst jetzt noch keine verlässliche Kommunikation zulässt.

Dennoch betont das Syndikat weiterhin nachdrücklich und unmissverständlich: Die wirkliche Befreiung der Menschen in Iran ist nur durch kollektive Führung sowie durch bewusste, organisierte und unabhängige Beteiligung der gesamten Arbeiterklasse und anderer unterdrückter gesellschaftlicher Schichten im Inneren des Landes möglich – und nicht durch militärische Interventionen der USA, Israels oder anderer machthungriger ausländischer Staaten sowie deren abhängige und unterstützende Kräfte.

Das Syndikat verurteilt entschieden das kollektive Töten der verarmten Bevölkerung des Landes, spricht den Familien und Angehörigen der Getöteten der Dey-Proteste sein aufrichtiges Beileid aus und fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung aller Festgenommenen.

Tag für Tag erreichen uns Nachrichten über neue Hinrichtungen.

Die Herrschenden sollen wissen: Selbst die Hinrichtung Tausender politischer Gefangener in den 1980er-Jahren konnte den Kampf für Gerechtigkeit sowie die Forderungen nach Freiheit und Gleichheit nicht aufhalten.

Auch die heutigen Massaker und Hinrichtungen werden in einer weitaus größeren, bewussteren und vielfältigeren Gesellschaft nicht nur unfähig sein, Proteste und tief verwurzelte soziale Unzufriedenheit zu unterdrücken, sondern sie werden den allgemeinen Zorn weiter verstärken.

Der kostengünstigste Weg für die Menschen und für das Land ist euer sofortiger Rücktritt und das unverzügliche Stoppen der Mord-, Repressions- und Zerstörungsmaschine.

Es lebe Freiheit, Gleichheit und die solidarische Einheit der Arbeiterinnen, Arbeiter und Werktätigen.

Einheit und Organisation sind unsere Stärke.

Syndikat der Beschäftigten der Vahed-Busgesellschaft Teheran und Vororte

Erklärung des Koordinierungsrats der Berufsverbände der iranischen Lehrkräfte

3. Februar 2026

Zur Verurteilung des Massakers, der blutigen Unterdrückung und der organisierten Verbrechen gegen die protestierende Bevölkerung

Das iranische Volk ist nach Jahrzehnten der Armut, Diskriminierung, Unterdrückung und der fortwährenden Verweigerung grundlegender Menschenrechte auf die Straßen gegangen, um sein Recht auf Leben, Freiheit und menschliche Würde zurückzufordern.

Die Antwort der Herrschenden war erneut: Kugeln, Verhaftungen, Folter und Tötungen.

Eine Antwort, die das wahre Wesen des herrschenden politischen Systems deutlicher denn je offenlegt.

Was sich in den vergangenen Tagen und Wochen im Iran ereignet hat, war weder eine sicherheitspolitische Maßnahme noch die Kontrolle von Unruhen oder die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, sondern eine blutige, organisierte und gezielte Unterdrückung unbewaffneter Menschen.

Die Wiederholung abgenutzter Szenarien von „ausländischen Feinden“ und „infiltrierten Agenten“ täuscht längst nicht mehr nur die iranische Öffentlichkeit, sondern auch das weltweite Gewissen nicht mehr.

Diese Narrative haben seit Jahren ihre Wirkung verloren und dienen lediglich dazu, sich der Verantwortung für begangene Verbrechen zu entziehen.

In einer der blutigsten Phasen der jüngeren iranischen Geschichte wurden Tausende Bürgerinnen und Bürger – Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche – Ziel einer Gewalt, für die es keinerlei Rechtfertigung gibt, nicht einmal innerhalb der bestehenden Gesetze.

Die Tötung von Kindern und Jugendlichen, massenhafte Verhaftungen, Verschwindenlassen sowie unmenschlicher Druck und Misshandlungen in Haftzentren sind deutliche Zeichen des politischen und moralischen Bankrotts der Machthaber.

Die Lehrkräfte Irans sind als ein bewusster und verantwortungsvoller Teil der Zivilgesellschaft selbst direkte Opfer dieser Repressionen geworden.

Die Verhaftung, Bedrohung, Entlassung und sogar der Tod von mehr als zehn Lehrkräften sowie Dutzenden unschuldiger Schülerinnen und Schüler während der Volksproteste zeigen, dass die Herrschenden Bildung und Bewusstsein als ernste Gefahr für ihr Fortbestehen betrachten.

Der Koordinierungsrat der Berufsverbände der iranischen Lehrkräfte spricht den Familien der unvergessenen Opfer und allen trauernden Menschen Irans sein tiefes Beileid und seine aufrichtige Solidarität aus und erklärt unmissverständlich:

Wir stehen an der Seite der protestierenden Bevölkerung und betrachten uns als untrennbaren Teil des gesellschaftlichen Kampfes für Freiheit, soziale Gerechtigkeit, Demokratie und die Achtung der Menschenrechte.

Angesichts dieses Ausmaßes an Gewalt zu schweigen, wäre ein Verrat an unserer historischen und zivilgesellschaftlichen Verantwortung.

Auf dieser Grundlage erklärt der Koordinierungsrat klar und deutlich:

1.  Die Herrschaft trägt die direkte Verantwortung für das Massaker und die blutige Unterdrückung der Bevölkerung und muss sich statt Lügen und Schuldzuweisungen vor der iranischen Öffentlichkeit sowie vor unabhängigen internationalen Institutionen für diese Verbrechen verantworten.

2. Alle Inhaftierten, einschließlich Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften sowie gewerkschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Aktivistinnen und Aktivisten, müssen unverzüglich und bedingungslos freigelassen werden.

3. Die Militarisierung von Schulen, Universitäten und Bildungseinrichtungen muss sofort beendet werden. Bildung ist kein Schlachtfeld.

4. Wir rufen alle wachen Gewissen weltweit dazu auf, sich mit dem iranischen Volk solidarisch zu erklären und angesichts dieser staatlichen Barbarei nicht zu schweigen.

Die Geschichte hat uns gelehrt, dass das Recht letztlich siegt und jene, die heute den Befehl zur Unterdrückung geben, auf dem Müllhaufen der Geschichte landen und unweigerlich zur Rechenschaft gezogen werden.

Entscheidend ist, auf welcher Seite der Geschichte wir stehen: auf der Seite des Rechts und der bleibenden Würde oder auf der Seite der Despoten und Unterdrücker.

Koordinierungsrat der Berufsverbände der iranischen Lehrkräfte (13. Bahman 1404 / Januar 2026)

#Call_Feb17_18

Gemeinsame Erklärung und landesweiter Aufruf der Studierenden: Massenstreik und Gedenkfeier für getötete Demonstrierenden

Ein Monat ist vergangen seit einem der größten und katastrophalsten Verbrechen der Islamischen Republik: einem Verbrechen, bei dem Hunderttausende Menschen getötet wurden, um an der Macht zu bleiben.

In all den Tagen nach dem 8. und 9. Januar, Stunde um Stunde, wochen- und monatelang, standen wir – die Studierenden – an der Seite der Familien der Opfer, unserer Kommilitonen, des medizinischen Personals und Millionen trauernder Menschen in unserem ganzen Land; wir versammelten uns und erhoben unsere Stimmen zum Protest.

Wir werden uns keiner Diktatur beugen – weder jetzt noch jemals. Die Islamische Republik muss gestürzt werden.

Progressives Studentenkollektiv

Koordinierungskomitee der kurdischen Studenten

Studentenkollektiv „Daad“ – Universität Teheran

Vereinigung freiheitsliebender Studenten – Beheshti-Universität

Unterzeichnet von:

Sharif University of Technology, Allameh Tabatab’I University, Universität Teheran, Amirkabir University of Technology, Beheshti University, Universität Gilan, Saveh University of Medical Sciences, Azad University of Shar-e Kord, Azad University of Babol, Azad University of Karaj, Universität Kurdistan, Azad University of Sanadanj, Kurdistan University of Medical Sciences, North Tehran Azad University, Isfahan University of Technology, Azad University of Isfahan (Khorasgan), Kharzmi University (Karaj), Umia University of Medical Sciences, Yazd University

Aufruf des Koordinierungsrates iranischer Lehrerinnen und Lehrer zur öffentlichen Trauer und Schließung der Schulen (Streik) für Mittwoch, den 19. Februar 2026

Leere Bänke für unvollendete Träume
Mehr als zweihundertdreißig Kinder und Jugendliche
Mehr als zweihundertdreißig unvollendete Träume
Mehr als zweihundertdreißig leere Bänke

  1. Lehrer verweigern den Unterricht als Zeichen der Trauer und des Protests.
  2. Eltern weigern sich, ihre Kinder zur Schule zu schicken.
  3. Die gesamte Bevölkerung nimmt am vierzigsten Tag des Todes von Schülern und Lehrern am Gedenken teil.

Statement der Jugend des Iran an die Verantwortlichen der Freien Universität Karaj vom 23. Februar 2026

Gruppe der Studierenden und Bürgerwehren der Azad University Karaj | Aufruf zum 29. März um 12 Uhr

Die Freie Universität Karadj sollte wissen: Eine Autorität, die die Anwesenheit von studierenden fürchtet, ist keine Autorität.

Sie ist ein Zaun, den man aus Angst vor dem Zusammenbruch um sich selbst errichtet hat.

Hegemonie, die auf Drohungen und Spannungen beruht, ist lediglich ein Zeichen des Verfalls der Vernunft.

Jahrelang wurde versucht, den Universitätscampus von einem Ort des Denkens in eine Kaserne des Schweigens zu verwandeln, wo die Studierenden nur noch eine gehorsame Matrikelnummer sind und Kritik ein unverzeihliches Verbrechen darstellt.

Doch die Identität der Studenten liegt im Hinterfragen der Macht, nicht im bedingungslosen Befolgen von Befehlen. Die Universität ist von Natur aus lebendig. Hohe Mauern und Kontrollpunkte können den Wissensfluss nicht aufhalten. Man versucht die Schreie durch Disziplinarverfahren und Klagen zu unterdrücken. Doch unser kollektives Gedächtnis lässt sich nicht durch Anordnungen der Verwaltung auslöschen.

Die Studierenden sind kein Problem, sondern Aufklärer.

Ein aufkeimendes Bewusstsein lässt sich durch keinen Entzug von Privilegien auslöschen.

Eine Generation, die die Wahrheit auf den Straßen und auf dem Campus erfahren hat, wird nicht zu diktierten Narrativen zurückkehren.

Wenn die Universität nicht die Stimme ihrer Mitglieder hat, ist sie nur ein Haufen Stein und Beton. Ein Gebäude mit hohen Mauern und gefangenen Gedanken, die nichts anderes Kennen als die Reproduktion des Systems von Tyrannei und Schweigen.

Wir werden uns nicht an einen historischen Niedergang in diesem verordneten Blackout beteiligen.

Aufruf zur Versammlung von Studierenden und Bürgerwehren, Samstag, den 29. März 2026 um 12 Uhr neben dem Haupteingang der Universität.

Einladung und Aufruf von Studierenden der zentralen Zweigstelle der Freien Universität Teheran vom 24. Februar 2026

Der Student ist wach. Er senkt nicht den Kopf. Er kniet nicht nieder.

Die zentrale Filiale der Freien Universität Teheran (Azad University Tehran) als erste Zweigstelle der Freien Universität und Vertreterin aller Zweigstellen der Freien Universitäten Irans verurteilt die organisierte Gewalt gegen die Studierenden im ganzen Land, veruteilt die Anwesenheit von nicht studentischen Organisationen auf dem Campus, verurteilt die Verweigerung des Rechts der Studierenden auf friedlichen Protest, den Ausschluss, die Suspendierung und die Verhaftung von Studierenden auf dem Campus sowie die organisierte Tötung von Studierenden und Bürgern im Januar 2026 und steht fest an der Seite der protestierenden Studenten und der Bevölkerung.

Die Universität war schon immer die Stimme des Volkes und der Stimmlosen und hat den Ruf nach Freiheit der unterdrückten Bevölkerung dieses Landes widergespiegelt. Dieser Ruf der Universität lässt sich nicht durch Drohungen und Druck zum Schweigen bringen. Gewalt gegen Studierende ist nicht nur eine Verletzung ihrer Grundrechte, sondern auch ein Angriff auf ihr Gedankengut, ihr Bewusstsein und ihr Engagement.

Selbst wenn alle Menschen der Welt auf Knien gingen, selbst wenn der Himmel kürzer wäre als unsere Körpergröße würde ein Student nicht knien.

Wir suchen keinen Lichtstrahl in dieser Dunkelheit.

Wir sind das Licht, dass die Augen der Unterdrücker blendet und wir sind ein Fenster der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, in der die Wahrung der Menschenwürde und -ehre oberste Priorität hat und Freiheit und Gleichheit nicht nur eine Errungenschaft, sondern auch das Fundament unseres Engagements in der Gesellschaft und der Gestaltung unseres Schicksals sind.

Alle Studierenden der Freien Universitäten im ganzen Land sind eingeladen, am ersten Tag des neuen Universitätssemesters, Samstag, den 29. März um 12 Uhr, vor den Hauptgebäuden der Universitäten an einer Kundgebung teilzunehmen und die Bilder der Unsterblichen [„Javid-Naman“] zu tragen und vom unveräußerlichen Recht der Studierenden Gebrauch zu machen, gegen diese systemische, unmenschliche und ungerechte Unterdrückung zu protestieren.

Mit der generellen Überzeugung, dass dies alles Unrecht ist, lassen sie nicht zu, dass der Prozess der Normalisierung der Situation durch die symbolische Wiedereröffnung der Universitäten Früchte trägt.

Das blutige Massaker vom Januar 2026 darf nicht vergessen werden.

Wir vergeben nicht und vergessen nicht.

Lang lebe Iran [Paynadeh Iran]

Statement der Zusammenarbeit von fünf kurdischen Parteien Irans
22. Februar 2026

Kämpfendes Volk Kurdistans!
Kurdische und iranische politische Parteien und Kräfte!
Freiheitssuchende und Kämpfer im ganzen Land!

Seit Jahrzehnten kämpft die politische und nationale Bewegung des iranischen Kurdistans auf organisierte und kontinuierliche Weise gegen die zentralistische Diktatur und Tyrannei, um ihre nationalen und politischen Rechte zu verteidigen. Selbst nach der Revolution von 1979 und der Gründung der Islamischen Republik blieb Kurdistan an der Spitze des Widerstands und des Kampfes gegen dieses repressive Regime. In dieser Zeit hat Kurdistan einen hohen Preis für seinen Widerstand gezahlt: Kriege wurden geführt, politische Führer hingerichtet und ermordet, Tausende von politischen Aktivisten wurden zu Märtyrern oder verloren ihr Leben in Gefängnissen. Die Region wurde militarisiert und besetzt und durch eine Politik der Unterdrückung, Plünderung und Ausbeutung durch die Regierung der Islamischen Republik verwaltet.

Wir, die unterzeichnenden politischen Parteien der Koalition der politischen Kräfte des iranischen Kurdistans, stützen uns auf unsere Geschichte des Kampfes und des Engagements und berücksichtigen die Notwendigkeit, auf die aktuelle politische Situation im Iran zu reagieren und uns neu zu positionieren – wo das Regime der Islamischen Republik zwar jegliche politische Legitimität verloren hat, aber aufgrund der Zersplitterung der Opposition weiterhin besteht –, haben unsere Kräfte gebündelt und diese politische Koalition in Kurdistan ins Leben gerufen.

Das Hauptziel dieser Koalition, die nach einer Phase des Meinungsaustauschs und der Basisarbeit innerhalb des Dialogzentrums für Zusammenarbeit gebildet wurde, ist es, eine größere Einheit und einen gemeinsamen Kampf zu erreichen, um die kurdische politische Bewegung im Iran weiter voranzubringen, Kurdistan und seiner politischen Bewegung im Kampf gegen die Islamische Republik mehr Gewicht und Bedeutung zu verleihen, die Rechte und Freiheiten des kurdischen Volkes zu sichern und die Gestalt des zukünftigen Iran zu bestimmen.

Unsere wichtigsten und gemeinsamen Ziele in diesem Bündnis sind der Kampf für den Sturz der Islamischen Republik Iran, die Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechts des kurdischen Volkes und die Errichtung einer nationalen und demokratischen Einheit auf der Grundlage des politischen Willens der kurdischen Nation im iranischen Kurdistan. Wir unterstützen die landesweiten Kämpfe anderer Nationen des Iran gegen die Islamische Republik. In dieser Phase betonen wir die Notwendigkeit einer politischen und praktischen Koordinierung sowie eines gemeinsamen Kampfes zwischen den politischen Parteien und zivilgesellschaftlichen Organisationen des iranischen Kurdistans und denen anderer Teile des Iran. Neben dem Eintreten für die Schaffung einer umfassenden und demokratischen Übergangsphase muss die Grundlage jeder Zusammenarbeit und Allianz, die wir mit anderen Parteien eingehen, die offizielle Anerkennung der nationalen Rechte der Völker des Iran, die Akzeptanz der Demokratie und die Ablehnung aller Formen der Diktatur sein.

Innerhalb dieser Koalition glauben wir an den Schutz der Umwelt und soziale Gerechtigkeit, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, die Einführung freier Wahlen, die Gewährleistung und Sicherung der Grundrechte aller nationalen und religiösen Komponenten Kurdistans und die Institutionalisierung eines demokratischen Regierungssystems im iranischen Kurdistan. Gleichzeitig sehen wir es als unsere Pflicht an, uns für die Errichtung eines demokratischen und säkularen politischen Systems im Iran einzusetzen, das die Rechte der verschiedenen nationalen und religiösen Komponenten des Landes garantiert.

Mehr denn je sind wir davon überzeugt, dass politische Einheit und ein gemeinsamer Diskurs zwischen den politischen Kräften sowie ihr gemeinsamer Kampf vor Ort unerlässlich sind, um die Position der Kurden in der sich ständig verändernden politischen Landschaft des Iran zu stärken. Dementsprechend sind wir bereit, mit allen politischen Parteien und Kräften außerhalb dieser Koalition zusammenzuarbeiten. Wir rufen alle Menschen in Kurdistan auf, sich der Koalition anzuschließen und sich aktiv zu beteiligen.

Koalition der politischen Kräfte des iranischen Kurdistans am 22. Februar 2026

Die Mitglieder der Koalition politischer Kräfte des iranischen Kurdistans sind:

• Kurdistan Freedom Party (PAK)

Kurdistan Freedom Life Party (PJAK)

Democratic Party of Iranian Kurdistan (PDKI)

Khabat Organisation of Iranian Kurdistan (Khabat)

Komala Party of Kurdistan

Erklärung der Gewerkschaft der Busfahrer von Teheran und Umgebung – 24. Februar 2026

„Unsere Haltung: Bedingungslose Verteidigung des Lebens der Arbeiter und der unterdrückten Bevölkerung des Landes; entschiedene Ablehnung von Unterdrückung und Morden im Inland sowie von Krieg und Militarisierung; Ablehnung jeder Politik, die das Leben, die Sicherheit und den Lebensunterhalt der Menschen weiter gefährdet.“

Unter den aktuell äußerst gefährlichen, angespannten, instabilen und von Angst geprägten Bedingungen muss der Schutz unseres Lebens Vorrang vor allen anderen Anliegen haben.

Für diejenigen von uns, die täglich mit Unterdrückung, autoritärer Herrschaft, mageren Löhnen, galoppierender Inflation, Arbeitsplatzunsicherheit und unerbittlichem wirtschaftlichem Druck konfrontiert sind, stellt jede politische, wirtschaftliche oder militärische Krise vor allem eine direkte Bedrohung für unsere Sicherheit, unseren Lebensunterhalt und die Zukunft unserer Kinder im ganzen Land dar.

Die Gewerkschaft ist der Ansicht, dass aus Sicht der Arbeiterbewegung jede größere soziale und politische Transformation im Iran mit der Verteidigung von Freiheit, Gleichheit, Leben, Lebensunterhalt, Menschenwürde und dem Recht der Arbeiter und der Bevölkerung auf die Bildung unabhängiger Organisationen beginnen muss.

Unsere Unabhängigkeit als Arbeiter, die größte und fleißigste soziale Klasse des Landes, bestehend aus Frauen und Männern, Jugendlichen und allen ethnischen und nationalen Gemeinschaften, die in diesem Land leben, sowie unser Vertrauen in unsere kollektive Stärke von Millionen Menschen bestimmen unsere Reaktion auf die aktuellen Entwicklungen.

In den kommenden Tagen wird die Gewerkschaft eine Reihe von Stellungnahmen veröffentlichen, die auf den folgenden Grundsätzen basieren: bedingungslose Verteidigung des Lebens der Arbeiter und der arbeitenden Familien; entschiedene Ablehnung von Unterdrückung, Morden, Krieg und Militarisierung; Ablehnung jeder Politik, die das Leben, die Sicherheit und den Lebensunterhalt der Menschen weiter gefährdet.

Wir rufen alle Arbeiter-, Studenten-, Frauen-, Freiheits- und Gleichstellungsgruppen im ganzen Land auf, ihre Positionen klar und deutlich zu vertreten und durch Einheit und Wachsamkeit sicherzustellen, dass die jahrzehntelangen mutigen Kämpfe der sozialen Bewegungen im Iran unter diesen sensiblen Umständen weder zerstört noch ausgenutzt werden. Wir dürfen niemals vergessen, dass die Lösung für die Arbeiter und die arbeitenden Klassen in der Einheit und Organisation liegt. (Teheran, 24. Februar 2026)

.…es wird weitergehen…