Wir verurteilen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels auf den Iran. Wir rufen alle dazu auf, sich zu engagieren: Stoppt den Krieg!
Eine weltweite Wende ins Zivile und Humane ist nötig. Wir, internationale Studierende an der Universität Hamburg, wollen Akteur:innen zur Verwirklichung des Völkerrechts sein: Frieden, Gleichheit und Würde aller Menschen!
Wir fordern unsere Unileitung, alle Hochschulmitglieder und politisch Verantwortlichen auf, sich uneingeschränkt gegen die imperiale Anmaßung und Gewalt seitens der USA und Israels zu positionieren. Wir sind Teil der Weltgemeinschaft, die laut NEIN sagen und diesen Wahnsinn beenden muss.
Es geht den Kriegsmächten nicht um Freiheit und Wohlergehen – weder für die Menschen im Iran noch anderswo. Der Angriff der USA und Israels ist kein „Präventivschlag“, sondern eine unprovozierte Aktion zur weiteren Destabilisierung der Region, in der sie permanent Krieg führen. Der Angriff erfolgte zu einem Zeitpunkt, in dem neue Verhandlungen für ein Anti-Atomwaffen-Abkommen als aussichtsreich galten. Die internationale Atomenergiebehörde hat erneut bekräftigt, dass es keine Gefahr durch Atombomben seitens des Iran gibt.
Auch dieser Krieg geht auf Kosten und zulasten der Bevölkerungen aller Länder!
Auch dieser Krieg dient der Machtsicherung völlig krisenhafter, gewinngetriebener und kriegerischer Herrschaft – nach innen und außen.
Weltweit sind die gewaltvollen Regierungen durch die Bevölkerungen herausgefordert, abzutreten und einer gerechten Zukunft Platz zu machen. Diese Zukunft wird von den Vielen für die Vielen gemacht. Die UN-Charta bildet dafür den Horizont als verbindliches Recht auf gleiche, soziale und zivile Entwicklung für alle.
Für die Menschen im Iran, die für ihre Befreiung von einer menschenverachtenden Diktatur kämpfen, ist der Krieg eine entsetzliche Verschärfung: In einer tiefen wirtschaftlichen Notlage, teilweise abgeschnitten von Kommunikationsmitteln, nach den Massakern des Januar 2026 und angesichts unerbittlicher staatlicher Gewalt ist er eine inakzeptable Verschlechterung der Lebens- und Kampfbedingungen. Gegen die Gewaltherrschaft formiert sich ein Verbund progressiver Kräfte, der für Freiheit, Gleichheit, soziale Gerechtigkeit und eine würdige Entwicklung für alle kämpft. Diese emanzipatorische Entwicklung wird von vielen Regierungen – besonders in USA, Israel und der EU – gefürchtet.
Die Studierenden des Iran übernehmen eine koordinierende Rolle in den landesweiten Protesten. Sie kämpfen darum, die massenhaften staatlichen Morde aufzuklären, das Gedenken wach zu halten und eine Gesellschaft zu schaffen, in der die Gewalt überwunden ist. Sie kämpfen für ihre Universitäten als Stätten der freien, wissenschaftlichen, egalitären Auseinandersetzung für ein besseres Leben aller Menschen.
Wir solidarisieren uns mit unseren Kommiliton:innen im Iran. (Stellungnahmen aus dem Iran unter: risunihamburg.com)
Wir verurteilen die Politik der westlichen Dominanz und dafür geheuchelte Anteilnahme oder gar Befürwortung des Krieges. Menschenrechte werden durch emanzipatorische Bewegungen erkämpft, nicht mit Krieg und ökonomischer Strangulierung.
Wir rufen dazu auf, sich gegen neoliberale Privatisierungspolitik, Diskriminierung, Ungleichheit und die globale Dominanz des „Westens“ für ein Leben in Gleichheit, Freiheit und Frieden zu engagieren – hierzulande, wie es die Protestierenden im Iran ebenfalls tun.
Internationale Solidarität der Universitäten und Hochschulen heisst, unmissverständlich für die Verwirklichung des Völkerrechts einzutreten. Das Gewaltverbot und die Verwirklichung der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Rechte aller Menschen bilden eine Einheit!
Wir setzen uns dafür ein:
- Schluss mit dem Krieg! Beendet die völkerrechtswidrige Politik! Waffenstillstand sofort!
- Keine Waffenlieferungen und keine militärisch relevante Zusammenarbeit – nicht mit Israel und USA, nicht mit anderen Staaten.
- Deshalb: Zivilklauseln an den Hochschulen konsequent durchsetzen!
- Beendigung der ökonomischen Sanktionen gegen den Iran und stattdessen atomare Abrüstung aller Staaten. Die Bundesrepublik soll den Atomwaffenverbotsvertrag unterschreiben.
- Unterstützung der Zivilgesellschaft, besonders der lokalen Selbstverwaltungen und Räte, Gewerkschaften, Kulturschaffenden und Studierenden.
- Aufklärung über die Lage der politischen Gefangenen im Iran und Aktion für ihre Freilassung.
- Volle Wiederherstellung des Asylrechts, humanitäre Visa für politisch Verfolgte! Keine Abschiebungen!
- Verbesserung der sozialen Lage der Studierenden einschließlich der internationalen Studierenden:
BAföG für Alle! - Systematische Förderung von Studierenden und Wissenschaftler:innen aus Kriegs- und Krisengebieten; dafür: Aufstockung der Mittel des DAAD und der Hochschulen für Stipendien, Sprachkurse und alles Erforderliche.
- Aufhebung der strengen Aufenthaltsfristen für internationale Studierende!
- Stärkung der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit für zivile Konfliktlösung, Diplomatie und eine gerechte, zivile Entwicklung weltweit.
- Beendigung des Zeit- und Prüfungsdrucks im Studium – stattdessen Förderung der Auseinandersetzung in Forschung, Lehre, Studium und Hochschulalltag über die internationalen (Gewalt-)Verhältnisse und Perspektiven für Gerechtigkeit und Frieden.
