Informiert Euch! Wählt! Werdet aktiv!

Alle Studierenden der Uni und des Studienkollegs dürfen abstimmen – unabhängig vom Pass!

An unserer Universität, die zum Teil aus einem „Kolonialinstitut“ hervorgegangen ist, ist studentische Bewegung von internationaler Solidarität motiviert.

In den 1960er Jahren stellten studentische Aktivist:innen die Einheit der befreienden Kämpfe her: Zum Beispiel klärten sie die Gesellschaft über den Vietnamkrieg der USA auf und unterstützten die linke Opposition aus dem Iran und erweiterten die Mitbestimmung in Bildungseinrichtungen und Betrieben. Die Unis mussten sozial geöffnet werden, damit die große Mehrheit selbständig, kritisch und solidarisch lernen und die Gesellschaft gestalte.

In Seminaren und Vorlesungen, Tag und Nacht, auf dem Campus und in Kneipen wurde hinterfragt, diskutiert, kreiert und Unkonventionelles praktiziert. Es wurden „Kritische Unis“ geschaffen. Die Lehre und das Studium sollten Sinn ergeben: für ein besseres Leben für alle, für Gerechtigkeit, für Verständigung, für Frieden.

Ergebnisse dieser Kämpfe in Westdeutschland waren unter anderem die Entwicklung von Friedensforschung und internationale Verantwortung in den Wissenschaften, antifaschistische Aufklärung in der ganzen Gesellschaft, eine kulturelle Öffnung (von Kostüm zum Minirock, vom Anzug zum Parka, vom „Sie“ zum „Du“, von der Kleinfamilie zur Wohngemeinschaft…), die Abschaffung von Studiengebühren sowie eine staatliche Studienförderung als Vollzuschuss.

Ein wesentliches Ergebnis war die Demokratisierung der Universitäten mit weitreichenden Möglichkeiten der studentischen Interessenvertretung und Selbstorganisierung – mit Fachschaftsräten, AStA und eben auch dem Studierendenparlament.

Wir alle brauchen heute dringend eine Erneuerung kritisch-engagierter studentischer Lebensweise und Politik, wie es in vielen Ländern der Welt der Fall ist.

Wir haben hier eine Studierendenarmut von ca. 70 Prozent. Die Universitäten sind stark unterfinanziert. Fächer wie Völkerrecht, Arbeitsrecht, Kriminologie, „post-koloniale“ Studien oder auch nur ausreichend Deutschkurse werden zugunsten marktkonformer Wissenschaft minimiert. Die Konfrontation zwischen “den westlichen Werten“ und „dem Rest“ findet Eingang in Forschung und Lehre, wenn Wissenschaftskooperationen unterbrochen oder geopolitischen Interessen untergeordnet werden. Die Freiheit der Wissenschaft und die demokratische Offenheit der Universitäten ist längst nicht nur in Diktaturen in Frage gestellt: die Bundesregierung sieht die Einordnung der Unis in eine gesamtgesellschaftliche Kriegsertüchtigung vor, für die Milliarden Euro verschleudert werden.

Dagegen muss die Uni ihre globale Verantwortung für die Überwindung von Profitinteressen, Machtpolitik und Gewalt neu ernstnehmen und gegen Spardiktate und Militarisierungspläne durchsetzen. Die Studierendenschaft ist der wesentliche Beweger!

Die Bedeutung unseres Engagements für soziale Entwicklung, für die Überwindung der Klimakrise, die Beseitigung von Hunger, Elend und Mangel, für Deeskalation und Abrüstung und für eine aufgeklärte, geschichtsbewusste Kultur wächst. Die Ambition, daran mitzuwirken, muss für das nächste Studierendenparlament, den AStA und die gesamte Studierendenschaft leitend sein.

Was ist das Studierendenparlament (StuPa)?

Das Studierendenparlament ist das wesentliche Organ der Interessenvertretung von Studierenden für Studierende. Dieses Parlament wählt den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), diskutiert und beschließt die politischen Positionen und entscheidet über Kampagnen der Studierendenschaft. Es verfügt dafür auch über den Haushalt der studentischen Interessenvertretung.  

Wie informiert man sich?

Es gibt Flugblätter und programmatische Erklärungen sowie Wahlzeitungen und einen Wahl-o-Mat.

Gut ist, mit aktiven Studierenden zu sprechen, die Ihr an Infotischen auf dem Campus währen der Wahl jeden Tag sehen könnt. Beim sorgfältigen Lesen und in offener Diskussion zeigt sich schnell, wer was ernst meint!

Wann und wo kann man wählen? Man kann vom 1. Juni bis zum 5. Juni jeweils zwischen 10 und 18 Uhr an Urnen direkt seine Stimme abgeben. Geht dafür bitte an die Urnen in den zentralen Foyers der
Universitätsgebäude. Ihr braucht nur Euren Studierendenausweis mitzubringen!

Informationen des Studierendenparlaments gibt es unter https://stupawahl-uni-hamburg.de/